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Die Farbe beim Kerry Blue Terrier
Die Züchtung von Hunden für die Ausstellungszwecke, die Festsetzung eines idealen Zuchtstandards und die Annahme einer anerkannten Methode der Vorbereitung für Ausstellungen haben - jedes nach seiner Weise - beträchtlich zur Verbesserung der meisten Rassen beigetragen. Der Kerry Blue Terrier scheint eine, wenn nicht die einzige Rasse zu sein, die in verschiedener Hinsicht durch die Züchtung eines Ausstellungstyps entgegengesetzt beeinflusst wurde und noch wird.
Das ist zweifellos eine zu allgemeine Behauptung und bedarf natürlich einer genaueren Beweisführung. Wenn wir die Wahrheit dieser Feststellung - oder ihre Torheit - gründlich beweisen wollen, so müssen wir uns zunächst den Bericht der Behauptung vor Augen halten. Zu allererst jedoch wollen wir uns dessen bewusst sein, dass sich - nach des Verfassers bescheidener Ansicht - die entgegen gesetzte Wirkung der Züchtung für Ausstellungszwecke bei Kerry- Blues auf gewisse Punkte beschränkt und dass er freimütig zugibt, dass in anderer Hinsicht die Rasse, während der letzten 20 Jahre etwa, beträchtlich verbessert worden ist.
Die Notwendigkeit eines Standards
Es kann, um damit zu beginnen, als erwiesen angesehen werden, dass das Ziel der Züchtung reinrassiger Hunde darin besteht, sie so nahe wie möglich an einen festgesetzten Standard zu halten. Hunde zu züchten, ohne den Standard zu beachten, und gute Ergebnisse zu erwarten, bedeutet dasselbe, als ob man nach einem unbekannten Ziel wandern will und es zu erreichen hofft. Für praktische Zwecke können wir dann den Standard als das „Ziel" der Bemühungen des Züchters ansehen. Dieses „Ziel" muss unverändert und auf das ganze Land anwendbar sein, in dem die Rasse ausgestellt wird. Das ist äußerst wichtig, denn wenn der Standard wechselt wie die Launen einer Mode und man versuchen würde sie zu erfüllen, so wäre das gerade so, als wollte man einen Vogel im Getreide jagen. Der Standard ist deshalb ungeheuer wichtig und von grundlegender Bedeutung. Er ist zugleich Führer, Freund und Wächter. Er versucht in einer Rasse die charakteristischen Merkmale zu bewahren, die sie von anderen unterscheiden, und gleichzeitig ihre Schönheit zu entwickeln.
Die Frage der Farbe
Nachdem wir so viel über den Standard gesagt haben, wollen wir uns wieder mit dem Kerry Blue befassen. Vor etwa einem Vierteljahrhundert stellte sich der Kerry erstmals auf einer Ausstellung vor, ein Standard wurde festgelegt und der Kerry wurde schnell populär. Nach 25 Jahren finden wir nun, dass er sich so sehr verändert hat, dass viele der alten Züchter einige unserer preisgekrönten Kerrys schwerlich überhaupt als Blue -Terrier wieder erkennen würden. Ich meine hier besonders die Farbe. Der Standard bestimmte, dass die Farbe des Kerrys „jede Schattierung vom hellen bis zum dunklen Blau" ausweisen könnte. Diese Richtschnur für die Farbe wurde genau so festgelegt, wie sie für den Irisch-Red-Terrier als rot festgelegt wurde. Heute jedoch finden wir schwarze Kerrys unter den Gewinnern. Noch schlimmer ist es, dass diese Hunde, deren Farbe vom Standard Kerry - Blue abweicht sogar die höchste Auszeichnung erringen können. Es kann gar kein Zweifel darüber bestehen, dass der Kerry sein Hauptmerkmal verliert, wenn er seine Farbe verliert. Es ist gerade so, als ob man die Natur verbessern oder korrigieren wollte, das muss mit dem Verderb der Rasse enden. Es handelt sich nicht darum, dass man weiß schwarz nennt, aber tatsächlich darum, blau schwarz zu nennen. Wenn dem so ist, dann ist der Standard eine bloße Farce, und es sollte eine zweite Rasse des Hundes geben, die Kerry - Black genannt wird. Weshalb können sich daher Kerry Liebhaber nicht dazu entschließen, ob ihre Zucht blau oder schwarz sein soll? Wenn sie das Gefühl haben, sie sollte blau sein, so sollen sie die Dinge an der Wurzel fassen, die Gewährung von Preisen an schwarze Hunde verbieten und die Züchter von dieser Farbe entmutigen. Wenn sie dies befolgen, kann viel Gutes für diese Rasse getan werden, und der Kreis der Kerry – Liebhaber wird beträchtlich anschwellen.
Der Artikel entstammt einer Veröffentlichung in der englischen Zeitschrift „The Breeder“ im Januar 1948und wurde in der Nummer 7/1948 übersetzt.
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Leider hat sich das bis heute, nach 63 Jahren nicht geändert, denn auf vielen Ausstellungen im Inn - und Ausland stehen dreijährige, noch immer total schwarze Kerrys mit krausem Haar auf den ersten Plätzen. Im neuesten FCI - Standard vom 19.4.2005 steht, dass das Haar des Kerrys weich, üppig und wellig sein soll, blau in jeder Schattierung, mit oder ohne dunklere Abzeichen. Schwarz ist nur bis zum Alter von 18 Monaten zulässig, gleiches gilt für einen lohfarbenen Anflug. Manchmal könnte man glauben, dass es Richter gibt, die niemals den gültigen Standard gelesen haben, oder den Freund am anderen Ende der Leine beurteilen. Es gibt sogar Richter, die behaupten, dass es einen “Oststandard” gäbe, bei denen der Kerry Blue Terrier schwarz mit hartem Haar sein soll.
Fehler im FCI - Standard: hartes, drahtiges oder borstiges Haar. Nachzulesen in http://www.kft-online.de / Rasse / Rassestandard.
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